Wieso wird Tarierung als eine Übung oder Fähigkeit eines DIR-Tauchers hier erwähnt? Lernt das nicht jeder in einem
Anfängerkurs? Ja, eigentlich sollte man eine gute Tarierung bei jedem Taucher voraussetzen können. Wenn man aber mal in den
auch wenn man mit anderen Dingen beschäftigt ist, muss die Tarierung stimmen!
heimischen Seen oder noch viel mehr im Urlaub hinsieht, wird man eines Besseren belehrt.
Grundsätzlich bedeutet Tarierung ersteinmal, dass man in der Lage ist, seine Tiefe bewusst und ausreichend genau zu steuern.
Wenn man das kann, dann wirbelt man nichts unbemerkt auf und bricht nicht "aus versehen" Korallen ab. DIR-Taucher gehen
noch weiter. Die Tarierung muß so gut sein, dass sie "automatisch" abläuft, auch wenn gleichzeitig andere Tätigkeiten
ausgeführt werden. Man muss in der Lage sein, auf der Stelle zu schweben, dabei die Tiefe und den
Trim zu halten und gleichzeitig etwas anderes zu tun (z. B. Fotografieren,
Stagehandling, schreiben in den Wetnotes oder den V-Drill).
Abgelenkt? Auch dann müssen Tarierung und Trim noch stimmen! (51 s, 5 MB)
Für einen DIR-Taucher gehören Tarierung und Trim immer zusammen. Um beides zu
perfektionieren, kann man die folgenden Übungen machen (es versteht sich hoffentlich von selbst, dass die Hände dabei
nicht als "Paddel" zu Hilfe genommen werden!):
mehrere Minuten auf der Stelle schweben ohne sich fortzubewegen und dabei exakt die Tiefe und den Trim halten
auf der Stelle schweben ohne sich fortzubewegen und dabei exakt die Tiefe und den Trim halten; während dessen das
Finimeter, den primären Automaten oder die Lampen einhändig an den D-Ringen ein- und aushängen
auf der Stelle schweben ohne sich fortzubewegen und dabei exakt die Tiefe und den Trim halten; während dessen etwas aus
der Beintasche holen und wieder dort verstauen
auf der Stelle schweben ohne sich fortzubewegen und dabei exakt die Tiefe und den Trim halten; während dessen eine
Boje setzen.
auf der Stelle schweben ohne sich fortzubewegen und den Trim halten; dabei
um keine Schwebeteilchen aufzuwirbeln ist Tarierung nicht nur beim Höhlentauchen extrem wichtig
lansam aufsteigen und alle 3m einen Stopp
von 1 Minute machen; anschließend wieder in 3 m Stufen auf die ursprünglilche Tiefe abtauchen
auf der Stelle schweben ohne sich fortzubewegen und dabei exakt die Tiefe und den Trim halten; während dessen einen
Valve-Drill durchführen
sinken auf eine bestimmte Tiefe und auf dieser mit einer Genauigkeit von +/- 0,5m stoppen
Selbstverständlich müssen Tarierung und Trim nicht nur beim Schweben auf der Stelle gut sein, sondern während des gesamten Tauchgangs.
Wenn man sie jedoch während des Schwebens gut beherrscht, dann sind sie bei der Fortbewegung ohnehin kein Problem mehr.
Zum Positionieren auf der Stelle ist es übrigens hilfreich, wenn man rückwärts schwimmen kann, siehe auch unter
Back-Kick.
Mit dem Anzug oder mit dem Wing/Jacket tarieren?
Je mehr Gas sich im Anzug befindet, desto mehr kann es durch den Anzug wandern und den Trim und die Tarierung verändern. Und je weniger Gas sich im
Anzug befindet, desto weniger Gas kann auch in die Füße wandern. Fußblei ist dann nicht nötig. Deshalb sollte nur mit dem Jacket/Wing
tariert werden und nicht mit dem Anzug.
Es soll nur so viel Gas im Trockentauchanzug sein wie benötigt wird, damit er nicht drückt, genug wärmt und die Bewegungsfreiheit nicht
einschränkt. Dann hat man auch nicht das Gefühl, in einer wabbeligen Wurstpelle zu stecken. Nur wenn das Wing als Tariermittel
ausfallen sollte, wird der Trocki zum Tarieren benutzt, aber das ist ja zum Glück nicht der Normalfall.